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Demenz – Angebote für Betroffene und Angehörige

Den Alltag zu strukturieren, fällt Menschen mit einer Demenzerkrankung oft schwer. Um den Tagesablauf zu gestalten, Passivität und Isolation entgegenzuwirken, ist es sinnvoll, kontinuierliche Angebote mit fester Zeit, gleichem Ort und Inhalten zu schaffen, die Freude bereiten. Aus diesem Grund bieten wir Aktivitäten im festen Rhythmus in den Bereichen Biografie- und Erinnerungsarbeit, Vorlesen und Erzählen, Musik und Bewegung, Gedächtnistraining durch Sprichwörter und Raterunden, Sinnesanregung und Alltagsaktivitäten an. Unsere Bewohner*innen werden zu den festbestehenden Gruppen abgeholt und begleitet. Für die Betreuung und Begleitung von Menschen mit Demenz ist es uns ein Anliegen, individuelle Betreuung einzeln bzw. in Kleingruppen im geschützten Rahmen anzubieten. Darüber hinaus vertritt das Seniorenhaus Steinbach den Gedanken der Inklusion: Feste, Konzerte, Gottesdienst, das gemeinsame Singen oder Bewegungsangebote werden für Bewohnern mit und ohne Demenz angeboten. Gerne können nach Absprache die Angebote für unsere Bewohner mit Demenzerkrankung von Angehörigen begleitet und unterstützt werden. Bitte sprechen Sie uns an!

 

Die Abbildung verschafft einen Überblick über diese Aktivitätsbereiche und die jeweiligen Angebote im DRK-Seniorenhaus Steinbach:

Projekt Sozialkoordination für Bewohner mit Demenz

Vor dem Hintergrund, dass der Anteil der Menschen mit einer Demenzerkrankung im Altenpflegeheim kontinuierlich steigt und die klassischen Leistungen der stationären Einrichtungen zu kurz greifen, wurde das Projekt „Sozialkoordinatoren“ vom DRK Landesverband Nordrhein e.V. in den Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe initiiert. Ziel dieses Projektes ist es zusätzliche Angebote für Menschen mit Demenz zu schaffen, neue Ehrenamtliche zu akquirieren und zu begleiten sowie Unterstützung für Angehörige von Menschen mit Demenz zu leisten. Seit November 2015 wird das Projekt im DRK-Seniorenhaus „Steinbach“ in Bonn durchgeführt.

Im Folgenden geben wir Einblicke, wie das Projekt im Haus Steinbach konkret umgesetzt wird:

  • Sinneswagen

    Für die Bewohner*innen mit einer bereits fortgeschrittenen Demenz wird seit Beginn des Projektes ein Sinneswagen eingesetzt, um die Wahrnehmungsfähigkeit der Betroffenen anzuregen. Ziel ist es mit Hilfe des Sinneswagens das Wohlbefinden des Einzelnen zu steigern. Durch die bereitgestellten Projektgelder konnte der Sinneswagen mit weiteren Materialien (u.a. Ozeantrommel und Musikinstrumente) ausgerüstet werden.

  • Babybeobachten

    Seit März 2016 erfreuen sich unsere Bewohner*innen mit Demenz am Babybeobachten. In einer Kleingruppe werden Mutter und Kind in ihren Interaktionen beobachtet. Durch das Beobachten des Kindes werden vertraute Emotionen und Erinnerungen an das Elternsein, die eigenen Kinder und deren Entwicklung geweckt.

  • Neue Medien: Tablett in der Demenzbetreuung

    Seit Beginn des Jahres 2017 wird ein Computer-Tablet in der sozialen Betreuung eingesetzt. Das Tablet enthält eine umfassende Sammlung an aufgearbeiteten Medien, wie Filme, Musik, Rätsel und Texte, die v.a. in der Einzelbetreuung flexibel eingesetzt werden können. Mit diesem neuen Medium ist es möglich auch Menschen zu erreichen, die das Bett nicht mehr verlassen können. Mit Hilfe des Tablets kann bspw. durch das Anschauen vertrauter Bilder oder Melodien Erinnerungen geweckt werden. Finanziert wird das Tablet durch die Projektgelder.

  • Die Bewohnerbesprechung

    Um eine verbesserte Betreuungssituation für die Menschen mit Demenz zu erzielen, wurde eine Bewohnerbesprechung eingeführt, die von Mitarbeiter*innen verschiedener Professionen, Angehörigen und ggf. externen Therapeuten durchgeführt wird. Ziel ist es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit für eine hochwertige Pflege und Betreuung abzustimmen und die Bedürfnisse der betroffenen Person in den Mittelpunkt zu stellen.  

  • Angehörigentreff Demenz

    Der Austausch zwischen Betroffen ist uns besonders wichtig. Daher haben wir einen Angehörigentreff Demenz initiiert. Hier bieten wir Angehörigen die Möglichkeit, sich auszutauschen, sich über die Erkrankung zu informieren und die Betreuungssituation zu besprechen.

     

     

     

     

     

  • Kontakt & Anfragen

     

     

     

    Für alle Fragen zum Projekt Sozialkoordination mit den Themen Demenz, ehrenamtliches Engagement und Angehörigenarbeit können Sie sich gerne direkt an mich wenden:

     

    Carolin Urban                  

    c.urban(at)drk-nordrhein.de                        

    Tel. 0228-3698-155